Warum kann ich nicht schlafen auch wenn ich müde bin?

Früher, als die Menschen sozusagen noch mit den Hühnern schlafen gegangen und aufgestanden sind, kannte man das Übel so gut wie gar nicht: Die Einschlafstörungen, unter den in den letzten Jahren immer mehr Menschen leiden.

Denn der Mensch der Moderne hat einen Lebensrhythmus, der nicht seiner Natur entspricht, steht permanent unter Zeitdruck und Stress und gibt sich im Bett oftmals den Sorgen hin, für deren Lösung er tagsüber keine Zeit hatte. Wenn keine Krankheit oder auch Nebenwirkung von Medikamenten das Einschlafen verhindern, ist dieses Problem also meist hausgemacht. Zahlreiche, selbst verursachte Faktoren spielen hierbei eine Rolle, dennoch gibt es viele Möglichkeiten, den lang ersehnten Schlaf auf natürliche Weise herbeizuführen.

Warum gesunder Schlaf so wichtig ist

Während des Schlafes passiert jede Menge, ohne dass du das bewusst wahrnimmst. Nicht nur, dass das Unterbewusstsein im Traum die täglichen Eindrücke verarbeitet und nach Lösungen für ungelöste Probleme sucht. Auch der Körper benötigt diese Auszeit, um beispielsweise seine Muskeln zu regenerieren und wichtige körperliche Funktionen, wie beispielsweise den Appetit oder gerade auch bei Kindern, das Wachstum zu steuern.

So hat der Schlaf unter anderem Einfluss auf die Freisetzung von Hormonen, die wiederum für den Appetit verantwortlich sind. Menschen, die über einen längeren Zeitraum hinweg keine Tiefschlafphase erreichen, entwickeln einen höheren Appetit und neigen zu Übergewicht. Wer abnehmen möchte, sollte also auch auf seine Schlafqualität achten.

Außerdem wird das Hormon Somatotropin während des Schlafes im Gehirn produziert. Es ist unter anderem für das Wachstum zuständig, sorgt aber auch zusätzlich für Reparaturarbeiten im Körper. Dieses Wachstumshormon wird vor allem während der Tiefschlafphase ausgeschüttet und wirkt sich regenerierend auf sämtliche Muskeln und Gewebe aus. Zudem ist ausreichend Schlaf auch für die Gedächtnisleistung wichtig, die bei anhaltendem Schlafmangel ebenfalls beeinträchtigt sein kann.

Ursachen für Schlaflosigkeit

Ob nun das Einschlafen problematisch ist oder du nicht mehr durchschlafen kannst und mehrmals pro Nacht aufwachst: Neben Krankheiten, Nebenwirkungen von Medikamenten oder einem Mangel an bestimmten Nährstoffen können die Ursachen von primären Schlafstörungen sehr vielfältig sein.

Häufig ist es aber auch ein Mangel an dem bekannten Schlafhormon Melatonin, das nur in ausreichender Menge produziert wird, wenn wenig bis gar kein Licht mehr auf die Netzhaut des Auges trifft.

Der moderne Lebensstil bringt jedoch nicht nur Stress und Lärm mit sich, sondern auch Strahlungsquellen wie Handy, PC und andere Geräte. Diese strahlen Licht mit einer blauen Wellenlänge aus. Dadurch ist auch die Produktion des Schlafhormons Melatonin oftmals eingeschränkt, was einen erholsamen Schlaf unmöglich macht. Insgesamt sind also meist folgende Ursachen für Schlaflosigkeit verantwortlich:

  • Stress im Alltag, der auch nachts nicht zur Ruhe kommen lässt
  • Ein unausgeglichener Schlaf-Wach-Rhythmus wie beispielsweise bei Schichtarbeitern oder auch Eltern von Babys und Kleinkindern
  • Ein zu reichhaltiges Abendessen unmittelbar vor der Schlafenszeit
  • Das Benutzen von Handy oder PC unmittelbar vor dem Zubettgehen
  • Störende Lichtquellen und Elektrosmog im Schlafzimmer

Ist Schlaflosigkeit gefährlich?

Wer anhaltend unter massiven Schlafstörungen leidet, neigt eher zu Depressionen und hat ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und gefährlichen Bluthochdruck. Auch das Immunsystem ist durch länger währenden Schlafmangel stark beeinträchtig, so dass die allgemeine Infektanfälligkeit unter Umständen erhöht ist.

Wer dauerhaft unter Schlaflosigkeit leidet, hat ebenso Konzentrationsprobleme und ist dadurch stärker unfallgefährdet, da sein Reaktionsvermögen stark eingeschränkt ist.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

In der herkömmlichen Schulmedizin wird noch immer schnell ein Schlafmittel verschrieben. Auch Antidepressiva werden manchmal empfohlen, ohne die Ursachen der Schlaflosigkeit näher abzuklären.

Dabei hat die Volks- und Naturheilkunde eine Menge Tipps und Möglichkeiten, primären Einschlafstörungen erfolgreich zu begegnen. Auch im Bereich der Nahrungsergänzungsmittel kommen oftmals Mittel zum Einsatz, die das Ein- und Durchschlafen unterstützen können.

So gibt es beispielsweise Melatonintropfen, die bei nachlassender Melatoninproduktion eingenommen werden können. Eine weitere Option währe ein Supplement, das L-Tryptophan enthält. In einem anderen Artikel kannst du erfahren, was L-Tryptophan ist und wie es wirkt.

Auch das so beliebte CBD-ÖL soll zur geistig-seelischen und körperlichen Entspannung beitragen.

Was kann ich selbst tun, um besser zu schlafen?

Ein schöner Kräutertee aus Baldrian, Zitronenmelisse oder Passionsblume fördert die Entspannung am Abend. Allein das beruhigende Ritual des Teetrinkens um die gleiche Uhrzeit wirkt sich beruhigend auf Körper, Geist und Seele aus.

Auch der Hopfen im Bier hat eine entspannende Wirkung. Neben CBD-Öl und Melatonintropfen gibt es auch etliche homöopathische Komplexmittel, die die Entspannung fördern.

Eine kurze Meditation am Abend wirkt sich auf das Gehirn ebenfalls nachweislich entspannend aus und hilft dabei, Stress abzubauen. Wichtig ist auch, Nährstoffmängeln wie beispielsweise Magnesiummangel vorzubeugen, denn auch diese können am Einschlafen hindern. Ein Mangel an B-Vitaminen soll ebenfalls für Schlafstörungen mitverantwortlich sein können.

Das richtige Verhältnis von An- und Entspannen ist ebenso wichtig. Daher wirkt sich auf Sport positiv auf den Schlaf aus. Wer sich tagsüber einmal so richtig schön auspowert, kann nachts wesentlich schneller und besser einschlafen. Abgesehen davon heißt es noch: Ein gutes Gewissen ist das beste Ruhekissen.

Wenn dann das Schlafzimmer noch frei von störenden Lichtquellen ist, steht einem erholsamen Schlaf nichts mehr im Wege.

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